In der gesamten europäischen Gastronomie sind Spritz-Varianten allgegenwärtig, in ihrer Unausweichlichkeit gehen sie mir etwas auf den Keks. Vorher gab auch noch den Hugo, der war an einem lauen Sommerabend auch schwer zu vermeiden, aber wenigstens war die Idee dazu von mir, naja, so ähnlich: Zwei Jahre vor dem ersten offiziellen Hugo hatte ich für das Süddeutsche Zeitung Magazin einen neuen Sommerdrink entwickelt. Es war ein früher Hugo, doch wir tauften ihn Holdirinha. Jan Weiler hatte einen schönen Text dazu geschrieben und Barbara Bonisolli fotografierte den Holdirinha, während ich tief im Starnberger See stand und die Mischung im Glas auf unserem Badefloß mit Prosecco aufgoß. Das ist das kleine Foto im Thumbnail. Am Tag nach der Veröffentlichung ging Holunderblütensirup in München aus. Es floss noch viel Holdirinha in diesem Sommer. Jetzt habe ich nochmal einen Holdirinha gemixt und fotografiert - mittags bei 35 Grad diesmal allerdings mit einem alkoholfreien Bio-Rieslingsekt. So schmeckt er auch sehr gut!
Für ein Glas Holdirinha braucht ihr:
1/4 unbehandelte Zitrone oder Limette
3 bis 4 EL Holunderblütensirup
1 Zweig Minze
0,1 l Prosecco oder einen alkoholfreien Schaumwein
grob zerstoßenes Eis oder Eiswürfel
Zitronenstück halbieren und in einem großen Glas mit Holunderblütensirup und Minze zerdrücken. Das Glas mit Eis füllen, einmal umrühren und mit Prosecco aufgießen.
Ihr könnt den Holunderblütensirup durch 1,5 EL braunen Zucker ersetzen, dann wird es ein Projito. Die alkoholfreien Varianten heißen Milderinha oder Mijito.


