Um den Planeten nicht wüst und leer, sondern grünblaublühend zu hinterlassen, sollten wir Energie sparen. Aber das reicht wohl nicht mehr aus, wir sollten zusätzlich versuchen, Kohlenstoff aus der Atmosphäre zu binden. Dazu gibt es alle möglichen Ideen, eine der überzeugenderen ist Pflanzenkohle aus Bioabfällen in Garten- oder Ackerboden zu mischen. Dafür wird organisches Material mit wenig Sauerstoff pyrolisiert, also verkohlt. Dabei wird auch Energie frei, die man nutzen kann. Die fein zerkleinerte Kohle bleibt im Boden sehr stabil und fördert dort gleichzeitig die Fruchtbarkeit. Dabei hilft die enorme innere Oberfläche der Kohle. An die können sich nämlich Nährstoffe und Bodenlebewesen anlagern, auch Wasser wird mit Hilfe der Kohle sehr gut gepuffert. Pflanzenkohle funktioniert hier also nicht direkt als Dünger, sondern eher wie ein Katalysator fürs Boden-Mikrobiom, Regenwürmer lieben es. Das kann extrem hilfreich sein – bestes Beispiel ist südamerikanische Terra Preta aus Pflanzenkohle, mit der indigene Völker vor Jahrhunderten Böden schufen, die heute noch auffällig fruchtbar und gesund sind. Seit Jahren liest man in allen wichtigen Zeitungen über die Segnungen der Pflanzenkohle, aber es tut sich nicht viel – vielleicht weil es zu einfach ist. Es gibt scheinbar niemanden, dem man ein paar Milliarden überweisen könnte, um damit ein aufwändiges Leuchtturm-Projekt zu finanzieren. Vielleicht müssen wir selber mit Pflanzenkohle experimentieren, um ihre Anwendung zu verstehen und grasswurzelmäßig zu fördern. Meinem Komposthaufen werde ich dieses Jahr probeweise 15% Kohle untermischen, außerdem wie immer Gesteinsmehl, Hornspäne (o.ä.) und eine Prise Gartenerde. Die Kohle habe ich hier bestellt, mal sehen wie sie sich auf meine Tomatenernte auswirkt.

